Dienstag, 11. Oktober 2011
Robinsonett
Die Gesichter verzerrt zu grotesken Fratzen, starren sie mich an. Sie starren und sie tun es doch nicht. Ihre Blicke gelten nicht mir, denn sie sehen nur sich selbst. Langsam nähert sich mir eine Frau, rundlich, älter, sie geht am Stock. Ihre Haare sind schwarz, doch vereinzelt haben sich graue Strähnen gebildet. Sie fallen ihr ins Gesicht, wodurch sich Schatten bilden. Die Schatten lassen sie aussehen wie einen Clown. Tiefe Falten ziehen sich wie Furchen durch ihr Gesicht. Sie sieht mich an. Ich senke den Blick. Ich beschleunige meinen Gang, trotz des Alltagslärms hallen meine Schritte in meinem Kopf wider. Die Vögel singen nicht, sie singen schon lange nicht mehr. Ich will die Straße überqueren, doch es kommt ein Auto. Schnell flüchte ich mich zurück auf den Bordstein. Das Fahrzeug hat seine Geschwindigkeit nicht gedrosselt, es hat mich nicht gesehen. Niemand hat mich gesehen.
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